Die Hängenden Gärten erinnern an die Barocke Entstehungszeit des Schlossparks, als die strenge barocke Gartenarchitektur die Gartengestaltung mit geometrischen Formen und Symmetrieachsen beeinflusst hat.
Unser Windgarten ist ein Zusammenspiel vieler Gestaltungselemente
Keine andere Pflanze passt besser zu dem Thema Wind wie Gräser. Wegen ihrer filigranen Transparenz, Leichtigkeit und ihrer variantenreichen Verwendungsmöglichkeiten in der Gartengestaltung gebührt den Ziergräsern ein besonderer Platz im Schlosspark. Bereits Karl Foerster bezeichnete Gräser als die „HARFEN“ im Garten-Konzert.
Zusammen mit großblättrigen oder mit großblütigen Stauden fügen sich auch noch die „PAUKEN“ hinzu. Rot und orangeblühende Stauden, wie Taglilien, Fackellilien und Sonnenbraut tanzen zusammen mit den Gräsern und sorgen für Farbe im Windgarten. Unsere Ziergräser wirken weniger durch ihre opulente Farbenpracht, sondern eher durch ihre zarten Strukturen sowie den facettenreichen Formen und der dynamischen Leichtigkeit. Die Zusammenstellung der Stauden im Windgarten besteht zu 65 % aus 13 verschiedenen Gräserarten- und Sorten. Bei der Auswahl der Gräser wurde auf eine spannungsreiche Kombination geachtet. Die unterschiedlichen Wuchshöhen schaffen Räume und rahmen den Windgarten sacht, wie ein transparenter Schleier, ein.
Das Zusammenspiel von Blatt-Texturen, Laubfarbe und Fruchtschmuck sind weitere wichtige Gestaltungselemente, die sich ab Sommer bis in den späten Herbst hinein zeigen. Hierbei versuchen sich die verschiedenen Gräserarten und Sorten gegenseitig die Show zu stehlen. Als besonders auffällig gelten die aufrecht stehenden Halme der Blütenrispen vom sehr früh austreibenden Garten-Reitgras (Calamagrostis x acutiflora) `Karl Foerster`. Die kerzengeraden und stabilen Halme mit ihren goldenen Rispen bleiben den ganzen Winter hindurch stehen und leuchten auch noch in der Wintersonne
Das Garten-Reitgras kann als ein rhythmischer Strukturbildner im Beet oder wie im Windgarten als eine transparente Hecke verwendet werden. Ein Hauch von Bordeauxrot! Die leuchtenden bordeauxroten Blattspitzen von der Purpur-Rutenhirse (Panicum virgatum) `Shenandoah` leuchten fast den ganz Sommer über. Zum Ende der Saison nehmen die Blätter eine intensive rote Herbstfärbung ein. Im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne leuchten die filigranen Blätter und Fruchtstände besonders intensiv.
Die Purpur-Rutenhirse eignet sich besonders gut als ein Farbtupfer in blühenden Staudenbeeten. Ein ebenfalls sehr attraktives, früh- und reichblühendes Gras ist das kleine Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) `Hameln`, das den ganzen Winter über attraktiv bleibt. Die Sorte ´Hameln´ ist eine kompakte und wüchsige Sorte, die sich im Herbst goldgelb verfärbt und mit schönen Blütenwalzen auftrumpft.
Sehr gut geeignet für großflächige Bepflanzungen und floral-schwingende Inszenierungen im eigenen Garten. Gräser gibt es für jeden Geschmack, für jeden Gestaltungsstil und für sehr viele verschiedene Standorte. Besonders ihre große Farbigkeit im Herbst und ihre bezaubernde Wintersilhouetten machen sie zu einem besonderen Blickfang.
Ziergräser erst nach dem Winter zurückschneiden, somit werden bizarre und schöne Gartenbilder auch in den kalten Wintermonaten kreiert. Außerdem bietet dies vielen nützlichen Insekten einen sicheren Rückzugsort für die Wintermonate.
Kürbisbeet mit barocker Architektur
2026 haben die Gärtner die Wintermonate nutzen können, um verschiedene Obelisken aus Haselnuss und Weidenruten zu kreieren. Die Obelisken haben verschiedene Dachformen. Von kuppelähnlichen Gebilden über Pyramidenspitzen bis hin zu Formen eines Satteldachs. In einer Form der Obelisken finden sich sogar die Fensterformen des historischen Kursaalgebäudes wieder. Verschiedenste Verbindungen und Querstreben sollen später rankenden Kürbissen die Möglichkeit bieten, empor zu wachsen. Die verschiedenen Obelisken stehen bereits auf den „Hängenden Gärten“, unterhalb des Schmetterlingsgartens, neben der ehrwürdigen König Ludwig-Eiche. Kupferstiche aus dem 18. Jahrhundert zeigen auf, dass an dieser Stelle, vor gut 250 Jahren, bereits bienenkorbähnliche Gerüste, sogenannte Lauben bzw. Berceaux befanden.
Nun folgt die Aussaat der verschiedensten Kürbissorten in der Schlossgärtnerei. Hier wurden Zierkürbisse nach besonderen Formen und Farben ausgewählt.
Besondere Arten und Sorten wie, die Flaschenkürbisse `Duck Marenka` und `Speckled Snake`. Kalebassenkürbisse in verschiedenen Farben. Turbankürbisse sowie weiße und blau-grau leuchtende Sorten, wie `Custard White` und `Blue Ballet`. Aber auch bekanntere und gewöhnlichere Arten, wie den Halloweenkürbis `St. Martin` oder die beliebten Hokkaidokürbisse `Uchiki Kuri`. In der Summe sind es über 100 Kürbispflanzen und 13 verschiedene Arten und Sorten, die ausgesät und gepflanzt werden. Sicherlich ist eine Erfolgreiche Ernte immer witterungsabhängig. Kalte und nasse Sommermonate können genauso negative Auswirkungen haben, wie heiße und zu trockene Sommermonate.
Neben einem üppigen Wuchs, erhoffen sich die Gärtner eine attraktive und vielfältige Kürbisernte, die später, an geeigneten Stellen im Schlosspark gesammelt und betrachtet werden können.
Die genauen Plätze werden zu gegebener Zeit hier veröffentlicht.
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